Details zum Stück

 

Beschreibung

 

Kammerkonzert und Lesung mit dem Ensemble Opus 45 und dem Schauspieler Roman Knižka

Opus 45 – das ist eine engagierte Stimme gegen das Vergessen: Das Bläserquintett Opus 45 spielt ausschließlich Stücke von Komponisten, die Opfer des nationalsozialistischen Terrors waren. Der Rezitator und Schauspieler Roman Knižka, bekannt aus vielen Film- und Fernseh-Produktionen, liest Texte von Bertolt Brecht, Kurt Tucholsky, Erich Kästner, Paul Celan, Oskar Maria Graf, Primo Levi, Mascha Kaléko u.v.m. Ebenso wie seine szenischen Auftritte zeichnet sich seine Rezitation durch Expressivität und Vitalität aus.
Der Titel des Programms, „Den Nazis eine schallende Ohrfeige versetzen“, ist ein bekannter Satz des überzeugten Pazifisten und Widerstandskämpfers Konrad Reisner. Das Programm ist jenen mutigen Querdenkern und Künstlern gewidmet, die sich bis zuletzt hartnäckig gegen den nationalsozialistischen Terror behaupteten.
Die Landeszentrale für politische Bildung präsentiert das Programm in Bernburg am 16. November 2020 auch anlässlich der Erinnerung an die Reichspopromnacht von 1938.
Zu Gehör kommen unter anderem Paul Celans „Todesfuge“ sowie Gedichte französischer Häftlinge des KZ Buchenwald. Bertolt Brechts satirischem „Lied vom Anstreicher Hitler“ steht Oskar Maria Grafs mutiger Aufruf „Verbrennt mich!“ gegenüber, Kurt Tucholskys bitterböser „Ode an Das Dritte Reich“ die ironisch-melancholischen Exil-Gedichte der jüdischen Schriftstellerin Mascha Kaléko.

Musikalisch umrahmt wird die Lesung durch große, teils jedoch lange Zeit vergessene Werke für Bläserquintett. Sie stammen allesamt von Komponisten, die zu Opfern der nationalsozialistischen Diktatur und des Holocausts wurden, deren „Wille, Kunst zu schaffen aber stets ebenso stark gewesen ist wie unser Wille zu überleben“. So fasste es Pavel Haas zusammen, der hochbegabte tschechisch-jüdische Komponist und Schüler Leoš Janáčeks, interniert im KZ Theresienstadt, später in Auschwitz ermordet. Neben Haas‘ Bläserquintett Opus 10 erklingt die „Kleine Kammermusik“ des als „entarteten Künstler“ diffamierten Komponisten Paul Hindemith sowie „Sechs Bagatellen“ von György Ligeti, der die Hälfte seiner Familie in deutschen Konzentrationslagern verlor.

Der Eintritt ist frei.    

Programm:
Paul Hindemith: Kleine Kammermusik (op. 24/2)
Pavel Haas: Bläserquintett (op. 10)
György Ligeti: Sechs Bagatellen (1953)
sowie Texte von: Bertolt Brecht, Kurt Tucholsky, Erich Kästner, Paul Celan, Oskar Maria Graf, Primo Levi, Mascha Kaléko u.v.m

Dauer des Konzertes: ca. 90 Minuten (keine Pause)

Künstler:
Rezitation: Roman Knižka
Bläserquintett Ensemble Opus 45

Impressionen